Abschlussabend der Academia-Meister-Klasse: Stimmen sprengten den Raum

Die diesjährige Preisträgerin Gaja Napast in ihrem Element. Foto: Academia/Dabernig

So etwas hatte man bei der Academia Vocalis lange nicht gehört: eine unglaubliche Dichte an großen Stimmen, eine Bühnenpräsenz, die elektrisierte, und junge Sängerpersönlichkeiten, die den Konzertsaal förmlich zum Beben brachten. Das Abschlusskonzert der Meisterklasse Oper & Operninterpretation unter der Leitung von Univ.-Prof. Karlheinz Hanser wurde zu einem der eindrucksvollsten Höhepunkte der Academia Vocalis 2026.

Aus aller Welt waren sie nach Wörgl gekommen – junge Sängerinnen und Sänger aus Europa, Asien und Nordamerika. Und sie kamen nicht, um erste Schritte zu machen. Sie kamen mit Stimmen, die bereits Gewicht hatten. Mit Stimmen, die Räume füllten und sprengten. Mit Stimmen, die aufhorchen ließen.

Unter der Leitung von Univ.-Prof. Karlheinz Hanser, Dekan der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, hatten die hochkarätigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiv an ihrer künstlerischen Entwicklung gearbeitet. Einen besonderen Impuls setzte dabei Univ.-Prof. Tobias Truniger, Leiter des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper München, der die jungen Künstler in einem dreitägigen Workshop tief in die Welt der Operninterpretation führte.

Was daraus auf der Bühne entstand, war weit mehr als ein Abschlusskonzert. Es war ein Feuerwerk der Stimmen. Große Arien, große Gefühle, dramatische Momente – und immer wieder dieser besondere Augenblick, wenn eine junge Stimme den ersten Ton ansetzt und plötzlich der ganze Raum still wird.

Die Sängerinnen und Sänger überzeugten mit technischer Souveränität, musikalischer Reife und einer bemerkenswerten Präsenz. Diese Stimmen waren kraftvoll, charaktervoll und voller Leidenschaft. In ihrer 15-jährigen Geschichte hat die Academia Vocalis viele außergewöhnliche Talente erlebt. Eine derartige Dichte an stimmlicher Qualität und internationalem Zukunftspotenzial war jedoch selbst für dieses renommierte Festival außergewöhnlich.

Ein Abend voller Gänsehautmomente – und vielleicht einer jener seltenen Abende, an denen man später sagen wird: „Ich war dabei, als diese Stimmen noch am Anfang ihrer großen Karriere standen.“